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Polycarbonat und Natriumhypochlorit (Bleichlauge): Beständigkeit

Polycarbonat

Bewertung

Konzentration20 °C50 °CHinweis
12,5 % ClBC
15 %BC
verdünntC*–
gesättigtBC

* geschätzte Bewertung, in der Quelle ohne Temperaturangabe

Werkstoffvergleich bei 20 °C

Natriumhypochlorit (Bleichlauge): Werkstoffvergleich bei 20 °CPolycarbonat: B (highlighted); ECTFE/ETFE: A; FEP: A; Viton (FPM): A; PMP: A; Polystyrol: A.ECTFE/ETFE: AFEP: AViton (FPM): APMP: APolystyrol: APolysulfon: APTFE: APVC hart: ASAN: AHDPE: BLDPE: BPolycarbonat: BPCPP: BEdelstahl 316: BEPDM: CPETG: CPVDF: CEdelstahl 304: CAluminium: DNBR: DPolyamid (PA): DPOM (Acetal): DPVC weich: –Silikon: –
A sehr gut beständigB gut beständigC eingeschränkt beständigD nicht beständigkeine Angabe
Jeder Balken steht für einen Werkstoff. Höhere Balken bedeuten bessere Beständigkeit. Der hervorgehobene Balken ist der aktuelle Werkstoff.

Beständigkeitsübersicht

Die Beständigkeit von Polycarbonat gegenüber Natriumhypochlorit (Bleichlauge) ist konzentrationsabhängig. Über die 4 getesteten Konzentrationen (12,5 % Cl, 15 %, verdünnt, gesättigt) reicht die 20-°C-Bewertung von B bei niedrigeren bis C bei höheren Konzentrationen. Ingenieure müssen daher prüfen, welche Konzentration ihr Prozess tatsächlich umfasst, bevor sie sich auf eine einzelne Bewertung verlassen. Bei 50 °C sinkt die Beständigkeitsbewertung jedoch, was darauf hinweist, dass die Temperatur in der Auslegung berücksichtigt werden muss. Für beheizte Anwendungen wird eine zusätzliche Prüfung unter realen Betriebsbedingungen dringend empfohlen.

Anwendungskontext

Natriumhypochlorit (Bleichlauge) kommt häufig in der Zellstoff- und Papierindustrie und chemische Verarbeitung vor. Polycarbonat (Polycarbonate) ist ein Thermoplast, der typischerweise für Tanks, Rohrleitungen, Behälter und Auskleidungen eingesetzt wird. Da Natriumhypochlorit (Bleichlauge) als ätzend eingestuft ist, ist die Wahl des Behälterwerkstoffs besonders kritisch, um Leckagen, Anlagenschäden und Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Praxisempfehlung

Polycarbonat ist unter normalen Bedingungen für den Einsatz mit Natriumhypochlorit (Bleichlauge) geeignet, es ist jedoch mit geringfügigen Auswirkungen auf den Werkstoff zu rechnen. Eine regelmäßige Kontrolle auf Quellung, Erweichung oder Gewichtsänderung wird empfohlen, insbesondere bei langlebigen Bauteilen. Eine langzeitige Exposition bei erhöhten Temperaturen sollte vermieden werden, da die Beständigkeit bei 50 °C weiter abnimmt. Für sicherheitskritische oder langlebige Anwendungen sollten PMP, Polystyrol, Polysulfon (Bewertung A) in Betracht gezogen werden.

Wussten Sie?

Die hier gezeigten Bewertungen gelten für reines Natriumhypochlorit (Bleichlauge) im Kontakt mit dem Basiswerkstoff. In der Praxis können Additive, Pigmente und Füllstoffe die Beständigkeit in beide Richtungen verändern.

Werkstoffe mit Bewertung A oder B bei 20 °C

Grundlage: Zeile für 15 %, 20 °C.

Thermoplaste
HDPE B, PP B, PVC hart A, LDPE B, Polystyrol A, Polysulfon A, PMP A, SAN A
Fluorkunststoffe
PTFE A, FEP A, ECTFE/ETFE A
Elastomere
Viton (FPM) A
Metalle
Edelstahl 316 B

Über Polycarbonat

Polycarbonat wird von Laugen, Aminen, Ketonen, Estern und vielen organischen Lösungsmitteln angegriffen und neigt im Kontakt damit unter Last zu Spannungsrissen.

Bewertungsskala

Eine mit * markierte Bewertung ist ein Schätzwert der Quelle, kein Prüfergebnis. Ein Schätzwert wird als einzelner Wert ohne Temperatur angegeben.

Zu diesen Daten

Die Bewertungen stammen aus der Beständigkeitsliste der Bürkle GmbH, die sie aus Angaben verschiedener Rohstoffhersteller zusammengestellt hat. Sie beziehen sich auf Labortests mit Rohstoffen bei 20 °C und 50 °C.

Ein fertiges Bauteil ist zusätzlich Druck, Materialspannungen, Schweißnähten und Gemischen ausgesetzt, die ein Labortest nicht erfasst. Die Bewertung dient als erste Orientierung; vor dem Einsatz unter eigenen Bedingungen prüfen.